Kreta
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Kreta (griechisch Κρήτη Kriti (f. sg); schon im mykenischen Griechisch belegt im Wort ke-re-si-jo we-ke = Krēsio-wergēs (transkribiert aus der Linearschrift B); türkisch Girit, früher auch italienisch Candia (von arabisch Khandaq = Graben), ist die größte griechische Insel und mit 8.261,183 Quadratkilometern Fläche sowie 1066 Kilometern Küstenlinie die fünftgrößte Insel im Mittelmeer..jpg)
Die Region Kreta umfasst 8.331,231 Quadratkilometer und schließt einige umliegende Inseln mit ein, von denen das vor der kretischen Südküste gelegene, bewohnte Gavdos den südlichsten Punkt Europas markiert.
Die Insel hat insgesamt 600.159 Einwohner (Stand 2001). Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum Kretas ist Iraklio, mit etwa 140.000 Einwohnern gleichzeitig die größte Stadt Kretas.
Kreta liegt 160 Kilometer südlich des griechischen Festlands. Sie ist die größte griechische Insel und nach Zypern die zweitgrößte des östlichen Mittelmeeres. Die Insel hat eine gestreckte Form, sie misst in Ost-West-Richtung über 260 Kilometer bei einer größten Breite von 60 Kilometern.
An ihrer schmalsten Stelle (bei Ierapetra) ist Kreta 12 Kilometer breit.
Kreta liegt auf dem 34. und 35. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 23. und 26. östlichen Längengrad. Die Entfernung zu Afrika beträgt 300 Kilometer, zu Asien 175 Kilometer und zum europäischen Festland 100 Kilometer.
Die Insel bedeckt eine Fläche von 8.261,183 Quadratkilometern, ihre Küstenlinie ist 1066 Kilometer lang.
Das Meer im Norden wird Kretisches Meer genannt (gr. Kritiko Pelagos Κρητικό Πέλαγος), das im Süden Libysches Meer (gr. Livyko Pelagos Λιβυκό Πέλαγος), Kretas Ostende erstreckt sich in das sogenannte Karpathische Meer.
Kreta ist sehr gebirgig und wird durch eine von West nach Ost reichende Gebirgskette bestimmt, die zumeist zur Südküste hin steiler, zum Norden hin flacher abfällt. Diese Kette bildet den überseeischen Teil eines vom Peloponnes über Kreta, Karpathos und Rhodos bis zum anatolischen Festland reichenden Gebirgsmassivs.
Die vier höchsten Erhebungen auf Kreta sind: Das Ida-Gebirge mit dem Psiloritis als höchsten Berg der Insel (2456 Meter hoch), die Weißen Berge oder Lefka Ori (2452 Meter hoch), das Dikti-Gebirge (2148 Meter hoch) und die bis zu 1476 Meter hohen Thripti-Berge im Osten der Insel. Diesen Gebirgen verdankt Kreta die fruchtbaren Hochebenen Lasithi, Omalos und Nida, Höhlen wie die Diktäische Höhle und tiefe Schluchten wie die bekannte Samaria-Schlucht.
Die Messara-Ebene im Süden ist mit etwa 140 km² die größte Ebene der Insel. Sie wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Kreta bildet mit einigen kleineren bewohnten und unbewohnten Inseln eine Inselgruppe.
Die Einwohnerzahl Kretas beläuft sich auf knapp über 600.000 (Stand 2001). Weit über die Hälfte der Kreter wohnt in den schnell wachsenden städtischen Ballungsräumen von Iraklio, Chania, Rethymno, Agios Nikolaos und Ierapetra. Der Rest lebt in Kleinstädten mit unter 10.000 Einwohnern, in Dörfern oder auf Einzelhöfen.
Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. durchgängig besiedelt, die ältesten Spuren menschlicher Bewohner reichen jedoch mindestens 130.000 Jahre zurück, wie archäologische Funde an neun Stätten im Süden der Insel belegen.
Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1100 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger; durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich gänzlich verdrängt.
In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortys ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung.
Die ab 67. v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste. Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde nur 824 bis 960 durch Besetzung durch die Sarazenen unterbrochen.
Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 eroberten die Türken die Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die Besatzer wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, durch den im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten umfassenden Bevölkerungsaustausch mussten rund 50.000 Türken die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten in Kreta.
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die an strategisch wichtiger Position gelegene Insel Kreta im Mai 1941 in der Luftlandeschlacht um Kreta von der deutschen Wehrmacht erobert und bis 1945 besetzt gehalten. Verschiedene Widerstandsbewegungen kämpften, unterstützt von britischen Agenten, gegen die deutsche Besatzungsherrschaft. Die Wehrmacht verübte in zahlreichen kretischen Orten Massaker und Geiselerschießungen.Der Partisanenkrieg der politisch unterschiedlich positionierten Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzung ging ab 1946 fast nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg über.

Hauptwirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Landwirtschaftlich wird die Insel vor allem für Wein-, Oliven- und Obstanbau genutzt. Ein großer Teil des kretischen Weinbaus dient der Produktion von Rosinen. Die wenigen Ebenen Kretas im Südosten, die Lasithi-Hochebene sowie die Messara-Ebene sind von zahlreichen Treibhauskulturen geprägt, in denen Gemüse und Salate sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export angebaut werden.
Die Insel gehört zu den größten Olivenölexporteuren der Europäischen Union, Ende der 1990er Jahre wuchsen auf 44 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche rund 16 Millionen Ölbäume. Bei Kavousi in Nordostkreta steht einer der ältesten Olivenbäume der Welt. Aus seinen Ästen wurden die Olivenzweige geschnitten, die während der Olympischen Spiele 2004 in Athen den Sportlern aufgesetzt wurden.
Kreta besitzt drei Flughäfen in den Städten Iraklio (Heraklion), Chania und Sitia, wovon Sitia nur national angeflogen wird. Fährverbindungen gibt es vor allem nach Piräus (Athen), ganzjährig auch nach Thessaloniki, Santorin, Karpathos, Rhodos oder zur Saison auch von Kissamos nach Gythio auf dem Peloponnes. Wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel der Insel ist der Busverkehr der Genossenschaft KTEL. Eine Eisenbahnlinie gibt es auf Kreta nicht.
Das Straßennetz ist seit den 1980er Jahren ausgebaut worden. Die Schnellstraße 70 (Europastraße 75) wird etappenweise zur Autobahn 70 ausgebaut. Fertiggestellt sind bisher die Umfahrungen von Chania, Rethymno und Iraklio. Nebenstraßen, die noch in aktuellen Reiseführern als Schotterpisten beschrieben sind, sind in der Zwischenzeit asphaltiert, so zum Beispiel die Ost-West-Verbindung durch die Asfendou-Ebene von Asi Gonia bis Imbros. Gerade der bis dahin benachteiligte Süden Kretas profitierte von dem Ausbau. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Kreta einen Index von 81,5 (EU-25: 100) (2003).[26] Kreta besitzt zwei Universitäten: die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta sowie einige Hochschulen: Technisches Ausbildungsinstitut Iraklio etc.
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Die Region Kreta umfasst 8.331,231 Quadratkilometer und schließt einige umliegende Inseln mit ein, von denen das vor der kretischen Südküste gelegene, bewohnte Gavdos den südlichsten Punkt Europas markiert.
Die Insel hat insgesamt 600.159 Einwohner (Stand 2001). Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum Kretas ist Iraklio, mit etwa 140.000 Einwohnern gleichzeitig die größte Stadt Kretas.
Kreta liegt 160 Kilometer südlich des griechischen Festlands. Sie ist die größte griechische Insel und nach Zypern die zweitgrößte des östlichen Mittelmeeres. Die Insel hat eine gestreckte Form, sie misst in Ost-West-Richtung über 260 Kilometer bei einer größten Breite von 60 Kilometern.
An ihrer schmalsten Stelle (bei Ierapetra) ist Kreta 12 Kilometer breit.
Kreta liegt auf dem 34. und 35. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 23. und 26. östlichen Längengrad. Die Entfernung zu Afrika beträgt 300 Kilometer, zu Asien 175 Kilometer und zum europäischen Festland 100 Kilometer.
Die Insel bedeckt eine Fläche von 8.261,183 Quadratkilometern, ihre Küstenlinie ist 1066 Kilometer lang.
Das Meer im Norden wird Kretisches Meer genannt (gr. Kritiko Pelagos Κρητικό Πέλαγος), das im Süden Libysches Meer (gr. Livyko Pelagos Λιβυκό Πέλαγος), Kretas Ostende erstreckt sich in das sogenannte Karpathische Meer.
Kreta ist sehr gebirgig und wird durch eine von West nach Ost reichende Gebirgskette bestimmt, die zumeist zur Südküste hin steiler, zum Norden hin flacher abfällt. Diese Kette bildet den überseeischen Teil eines vom Peloponnes über Kreta, Karpathos und Rhodos bis zum anatolischen Festland reichenden Gebirgsmassivs.
Die vier höchsten Erhebungen auf Kreta sind: Das Ida-Gebirge mit dem Psiloritis als höchsten Berg der Insel (2456 Meter hoch), die Weißen Berge oder Lefka Ori (2452 Meter hoch), das Dikti-Gebirge (2148 Meter hoch) und die bis zu 1476 Meter hohen Thripti-Berge im Osten der Insel. Diesen Gebirgen verdankt Kreta die fruchtbaren Hochebenen Lasithi, Omalos und Nida, Höhlen wie die Diktäische Höhle und tiefe Schluchten wie die bekannte Samaria-Schlucht.
Die Messara-Ebene im Süden ist mit etwa 140 km² die größte Ebene der Insel. Sie wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Kreta bildet mit einigen kleineren bewohnten und unbewohnten Inseln eine Inselgruppe.
Die Einwohnerzahl Kretas beläuft sich auf knapp über 600.000 (Stand 2001). Weit über die Hälfte der Kreter wohnt in den schnell wachsenden städtischen Ballungsräumen von Iraklio, Chania, Rethymno, Agios Nikolaos und Ierapetra. Der Rest lebt in Kleinstädten mit unter 10.000 Einwohnern, in Dörfern oder auf Einzelhöfen.

Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. durchgängig besiedelt, die ältesten Spuren menschlicher Bewohner reichen jedoch mindestens 130.000 Jahre zurück, wie archäologische Funde an neun Stätten im Süden der Insel belegen.
Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1100 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger; durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich gänzlich verdrängt.
In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortys ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung.
Die ab 67. v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste. Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde nur 824 bis 960 durch Besetzung durch die Sarazenen unterbrochen.
Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 eroberten die Türken die Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die Besatzer wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, durch den im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten umfassenden Bevölkerungsaustausch mussten rund 50.000 Türken die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten in Kreta.
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die an strategisch wichtiger Position gelegene Insel Kreta im Mai 1941 in der Luftlandeschlacht um Kreta von der deutschen Wehrmacht erobert und bis 1945 besetzt gehalten. Verschiedene Widerstandsbewegungen kämpften, unterstützt von britischen Agenten, gegen die deutsche Besatzungsherrschaft. Die Wehrmacht verübte in zahlreichen kretischen Orten Massaker und Geiselerschießungen.Der Partisanenkrieg der politisch unterschiedlich positionierten Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzung ging ab 1946 fast nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg über.

Hauptwirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Landwirtschaftlich wird die Insel vor allem für Wein-, Oliven- und Obstanbau genutzt. Ein großer Teil des kretischen Weinbaus dient der Produktion von Rosinen. Die wenigen Ebenen Kretas im Südosten, die Lasithi-Hochebene sowie die Messara-Ebene sind von zahlreichen Treibhauskulturen geprägt, in denen Gemüse und Salate sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export angebaut werden.
Die Insel gehört zu den größten Olivenölexporteuren der Europäischen Union, Ende der 1990er Jahre wuchsen auf 44 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche rund 16 Millionen Ölbäume. Bei Kavousi in Nordostkreta steht einer der ältesten Olivenbäume der Welt. Aus seinen Ästen wurden die Olivenzweige geschnitten, die während der Olympischen Spiele 2004 in Athen den Sportlern aufgesetzt wurden.
Kreta besitzt drei Flughäfen in den Städten Iraklio (Heraklion), Chania und Sitia, wovon Sitia nur national angeflogen wird. Fährverbindungen gibt es vor allem nach Piräus (Athen), ganzjährig auch nach Thessaloniki, Santorin, Karpathos, Rhodos oder zur Saison auch von Kissamos nach Gythio auf dem Peloponnes. Wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel der Insel ist der Busverkehr der Genossenschaft KTEL. Eine Eisenbahnlinie gibt es auf Kreta nicht.
Das Straßennetz ist seit den 1980er Jahren ausgebaut worden. Die Schnellstraße 70 (Europastraße 75) wird etappenweise zur Autobahn 70 ausgebaut. Fertiggestellt sind bisher die Umfahrungen von Chania, Rethymno und Iraklio. Nebenstraßen, die noch in aktuellen Reiseführern als Schotterpisten beschrieben sind, sind in der Zwischenzeit asphaltiert, so zum Beispiel die Ost-West-Verbindung durch die Asfendou-Ebene von Asi Gonia bis Imbros. Gerade der bis dahin benachteiligte Süden Kretas profitierte von dem Ausbau. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Kreta einen Index von 81,5 (EU-25: 100) (2003).[26] Kreta besitzt zwei Universitäten: die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta sowie einige Hochschulen: Technisches Ausbildungsinstitut Iraklio etc.

